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Die rechte Zeit ist geschenkt, daher muss man warten, bis sie kommt.
Wie erkennen wir, dass sie gekommen ist? An der Kraft und an der Fähigkeit, endlich zu tun und zu entscheiden, was sich schon lange als fällig angebahnt hat, das aber durch die Umstände noch nicht in Angriff genommen und durchgesetzt werden konnte. Daher wird die rechte Zeit von mehreren zugleich erwartet. Erst wenn viele spüren, dass sie gekommen ist, ermöglicht sie die entscheidenden Schritte. Ihr geht daher oft eine Krise voraus, die viele ungeduldig macht. In der Ungeduld und in der Erwartung und Hoffnung, dass endlich etwas geschied, wächst die Kraft zum Handeln.
(Quelle: Gedanken unterwegs von Bert Helligner)
Streng heißt: zur Sache, ohne Umschweife oder Ablenkung, zum Beispiel ein strenger Beweis. Streng heißt auch, keine Ablenkung auf Nebensächliches oder das einer Sache oder einem Vorgang im Wege Stehendes zu dulden. So ist zum Beispiel ein Lehrer streng.
Auch das Leben ist streng, wenn es um das Wesentliche geht, zum Beispiel bei einer Geburt. Auch der Tod ist streng, wenn wir ihm entkommen oder mit ihm spielen wollen.
Die Strenge ist ernst im Sinne von, dass es um Wichtiges geht, das keinen Aufschub duldet. Hier hört das Lachen auf. Erst nach dem Erfolg, nach der überstandenen Gefahr, wenn die Strenge nachlässt, dürfen wir aufatmen, loslassen, eine Pause einlegen und befreit lachen.
Die Strenge hat daher ihre Zeit, gilt innerhalb eines Rahmens und macht dann der Leichtigkeit und dem Spiel wieder Platz.
Innerhalb der Strenge, solange sie angebracht ist, fühlen wir uns sicher und gefordert. In ihr wachsen wir. In diesem Sinne streng sein, kann nur, wer auch stark ist, wer die Zügel sowohl in der Hand hat als auch loslassen kann. Führung verlangt daher Strenge. Verantwortung übernehmen kann nur, wer auch streng ist.
Daher sind Eltern sowohl liebevoll als auch streng. Ebenso Lehrer. Nur wer auch streng ist, wird sowohl geliebt wie auch geachtet.
(Quelle: Gedanken unterwegs von Bert Helligner)
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